13
August
2014

Amerika at its best! - Von Chicago nach New Orleans

Amerika at its best! - Von Chicago nach New Orleans
6. Tag
Wo wurde wohl Coca Cola zum ersten Mal in Flaschen gefüllt? Das war in Monroe und zwar von einem norddeutschen Auswanderer mit Namen Joseph Biedenharn, aus dessen Wohnhaus ein Museum entstand, in dem man die Geschichte seiner Familie und die Verbreitung von Coca Cola-Flaschen in den USA und später der ganzen Welt erzählt bekommt.
Auch die Gärten dieses Anwesens kann man besichtigen und das sollte man auch, die sind nämlich wunderschön. Monroe hat auch eine tolle Antik-Alley. Wenn man nicht so viel für den Transport bezahlen müsste, hätte ich mir hier eine komplette Einrichtung erstanden.

Weiter geht’s jetzt nach Shreveport, aber auf dem Weg beschließen wir einen Abstecher nach Minden zu machen. Dort hatten sich viele Deutsche niedergelassen, aber das Museum über die Entstehungsgeschichte „German Town Colony & Museum“ war leider noch nicht wieder eröffnet. Der Umweg hat sich dennoch gelohnt, da wir durch wunderschöne Landschaften fuhren und ein bisschen Landleben genossen haben. Außerdem kann man dort sehr gutes mexikanisches Essen genießen und zwar im „Habacus“. Weiter geht’s nach Shreveport. Rita möchte mir hier unbedingt einen Glasfabrikverkauf zeigen. Nachdem ich das erst Mal nicht so wirklich spannend fand, musste ich mein Vorurteil revidieren. Ich hab noch nie soviel Glas auf einem Haufen gesehen. Wieder dieses Problem mit dem Transport nach Europa!!!! Ich hätte mich dumm und dusselig kaufen können und war komplett reizüberflutet. Da brauchten wir erstmal einen Drink und den nahmen wir in der Bar „Straycat“, denn in unserem Hotel gab‘s leider noch keine Bar. Aber das war nur unser Glück, weil die supernette Bartenderin uns einen tollen Tipp für unser Abendessen gab. Wir gingen zum Dinner ins „Noble Savage“. Dort gab es erst mal 'ne Überraschung. Wir wurden erst hineingelassen, als wir nach Vorlage unserer Pässe nachweisen konnten, dass wir „erwachsen“ sind. Das ist für ältere Damen wie uns doch eigentlich ein Kompliment oder? Hier gab es neben Live-Musik doch tatsächlich Pastramie-Sandwiches. Das musste ich natürlich unbedingt ausprobieren, nach so vielen Vorbildern aus der amerikanischen Filmgeschichte. Ich kann nur sagen, das kann man nicht alleine essen. Eine ganze Familie würde davon satt und ich war glücklich. Ist wirklich lecker.

7. Tag
Heute waren zum Frühstück Pancakes an der Reihe. Die gibt es sehr lecker im Southfieldgrill in Bossier City. Gestärkt ging es dann weiter ins Gemini-Mardi Gras-Museum. Hier trifft man auf die Karnevals-Krewe dreier Bundesstaaten nämlich ARK-LA-TEX – das heißt Arkansas, Louisiana und Texas. 25 Jahre Kostümgeschichte kann man hier bewundern – das ist für eine Norddeutsche auch schon wieder Reizüberflutung. Aber der Stolz unseres Guides hat mich tatsächlich angesteckt - war sie doch selber einmal Princess.
Zum Karneval gehört doch auch das Feiern und dazu auch das Trinken, also ging es weiter in die Great Raft Brewing Company, eine Brauerei, die erst vor knapp einem Jahr mit der Produktion begonnen hatte. Nach deutschem Vorbild und mit deutschem Hopfen werden dort etliche verschiedene Biersorten gebraut. Echt lecker wahrscheinlich, aber allein ich durfte leider nichts trinken, weil ich ja fahren musste. Aber einen Schluck von jedem Bier hab ich mir doch genehmigt. Außerdem konnten wir es nicht lassen, diese tollen großen Bierflaschen mitzunehmen, in denen man früher sein Bier aus der Kneipe mit nach Hause nahm. Von der Trinkkultur weiter zur Filmkultur. Die wird in Shreveport mit einem wunderbaren Kino geehrt dem „Robinson Theatre“ (http://www.robinsonfilmcenter.org), das nicht nur den Mainstream zeigt sondern außerdem ein auserlesenes Programm aus der gesamten Filmgeschichte bietet und auch Festivals organisiert. Filmplakate aus vielen Jahrzehnten zieren die Wände.

Nun geht’s weiter nach Natchitoches. Das spricht man übrigens so aus: „Näcketisch“ – das musste ich erst lernen. Natchitoches ist eine wunderhübsche Kleinstadt am Cane River. Sehr idyllisch mit vielen alten Häusern, die mit ihren Balkonen schon den Süden ankündigen, aber auch mit Sinn für moderne Architektur. Integriert in den zentralen Platz der Stadt wurde die „Louisiana Sports Hall of Fame“ (http://www.lasportshall.com) gebaut, die gleichzeitig das „Northwest Louisiana History Museum“ beherbergt. Innovative Architekten aus New Orleans trafen auf mutige Stadtväter und realisierten einen hochmodernen Museumsbau, der außen wie ein riesiger Quader aus Glas, Stahl und Holz aussieht und innen einen hellen wellenförmig geformten Stein verwendet, der sich schneckenhausartig in die Höhe windet. Immer wieder Licht durchflutet kann man sich an den sanft geformten Wänden gar nicht satt sehen. Aber auch die Exponate sind natürlich sehenswert. Für Sportfans und für Historiker gibt es hier viel zu gucken. In akribisch zusammengesuchten und gefundenen Exponaten formt sich ein teilweise rührendes Bild der 300-jährigen Geschichte der ältesten Ansiedlung in Louisiana.
Die Hauptstraße, die dem Flusslauf folgt, hat auch einiges zu bieten. Zum Beispiel „Kaffie Frederick General Mercantile“ (http://oldhardwarestore.com), den ältesten Laden dieser Art in Louisiana, wo man wirklich alles finden kann, was man für Haus, Küche, Garten, Werkstatt oder überhaupt das Leben braucht. Unbedingt besuchen!

Jetzt zu unserer Unterkunft, die auch direkt am Cane River liegt, der in der Stadt übrigens von einem wunderschön angelegten Park gesäumt wird. Unser Haus heißt „Vera’s Guesthouse“ (http://www.verashouse.com) und hat sogar einen eigenen Garten mit direktem Zugang zum Fluss und auch einem eigenen Steg! Nur das eigene Boot fehlte noch. Sehr liebevoll eingerichtet mit Antiquitäten, die man bestimmt auch in den Läden auf der Hauptstraße finden kann, aber auch mit allem modernen Komfort, den der erschöpfte Reisende so zu schätzen weiß. Ich glaube, das Geschirr war von IKEA! Wir haben uns richtig Zuhause gefühlt und zum ersten Mal hab’ ich mir den Wunsch erlaubt, ein paar Tage länger hier zu bleiben und am Steg die Füße im Wasser baumeln zu lassen, während ich ein Buch lese. Nachdem wir abends kreolisch zubereitetes Seafood und eine köstliche Flasche Wein genossen haben, betteten wir unsere müden Häupter in duftende Kissen und wachten am nächsten Morgen erfrischt auf um zu neuen Ufern aufzubrechen.

Author

Susanne

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