13
August
2014

Amerika at its best! - Von Chicago nach New Orleans

Amerika at its best! - Von Chicago nach New Orleans
8. Tag
Auf unserem Weg nach Alexandria machen wir Station in Pineville im „Louisiana’s Historic Camp Beauregard“. Unser sehr engagierter Guide ließ sich nicht davon irritieren, dass wir nur 30 Minuten Zeit mitgebracht hatten, dieses Camp mit dazugehörigem Museum zu besichtigen.
8. Tag
Auf unserem Weg nach Alexandria machen wir Station in Pineville im „Louisiana’s Historic Camp Beauregard“. Unser sehr engagierter Guide ließ sich nicht davon irritieren, dass wir nur 30 Minuten Zeit mitgebracht hatten, dieses Camp mit dazugehörigem Museum zu besichtigen. Obwohl ich mich zugegebenermaßen überhaupt nicht für Militärgeschichte interessiere, gelingt es ihm doch, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen, indem er immer wieder witzige Anekdoten einflicht und auch der Tatsache Rechnung trägt, dass wir Touristen aus Deutschland sind und er seine Deutschkenntnisse endlich mal anbringen kann.
Nach einer Fahrt durch „Alexandrias Cultural Arts Distrikt“ wollen wir uns zum Lunch mit einem Salat stärken. Wieder sind unsere Augen größer als unser Magen. Eigentlich müssten wir in der Zwischenzeit wissen, dass man grundsätzlich nur eine Portion bestellen sollte. Unsere Salate hätten ganze Familien satt gekriegt. Jetzt müssen wir natürlich wissen, wo unser Salat herkam und fahren zur „Inglewood Farm“ (http://inglewoodfarm.com), einer Farm, die sich auf biologischen Anbau und Tierzucht spezialisiert hat. Dort werden auch Sämereien aus eigener Zucht verwendet und die Hühner laufen frei auf dem Gelände herum. Der Vertrieb erfolgt nach der Devise: „from farm to table“. Die Produkte werden auf Wochenmärkten angeboten und auch direkt zu Restaurants gebracht. Biologisch, regional und saisonal ist hier das Motto.
Weiter geht’s zum Campus der Louisiana State University Alexandria (http://www.lsua.edu), wo wir das Epps House besichtigen, das sowohl die Geschichte der Sklaverei, vor allem aber die Geschichte des Solomon Northup dokumentiert, der durch den Film „12 Years A Slave“ zu Weltruhm gelangt ist.
Auf der Weiterfahrt nach Lafayette machen wir noch einen unvermeidlichen Stopp am Highway 71 in Leas’s Lunchroom in Lecompte. Es war uns eindringlich ans Herz gelegt worden, hier nicht vorbeizufahren, denn Lea’s ist berühmt für seine Pies. Schon draußen riecht man sie und drinnen kann und will man ihnen nicht entrinnen. Solch eine Vielfalt und solch eine traditionelle Backkunst darf man sich wirklich nicht entgehen lassen. Gestärkt von Blueberry- und Pecanpies setzen wir unsere Fahrt fort nach Lafayette.

9. Tag
Diesmal verzichten wir gerne auf unser Frühstück im Hotel, da wir einen Ausflug zum Vermillionville Historic Village (http://www.vermilionville.org/vermilionville/index.html) machen. Vermillionville ist ein Cajun / Creole Heritage & Folklife Park, der 1990 vom Lafayette Parish Bayou Vermillion District errichtet wurde. Auf weitläufigem Gelände sind Häuser, eine Schule, Werkstätten und eine Kirche wiedererrichtet worden, die die Geschichte der Cajuns aufs Beste dokumentiert. In jedem Gebäude trifft man auf zum großen Teil ehrenamtliche Mitarbeiter, die uns, gewandet in historische Kleider, die Geschichte der Region erzählen.In der Schule bekommen wir von einem ziemlich rüstigen und verschmitzten über 90-jährigen eine ordentliche Lektion in Sachen Unterricht vor 100 Jahren. So erfahren wir zum Beispiel, dass die französische Sprache, die die Cajuns zunächst aus Frankreich und dann aus Kanada, von wo sie vertrieben wurden, mitgebracht hatten, Anfang des 20. Jahrhunderts verboten war. Im Restaurant können wir auch gleich viel über die regional typische Küche erfahren und wir laben uns am köstlichen Seafood-Buffet.

Derart gestärkt geht es weiter nach Lake Charles. Lake Charles, benannt nach dem See an dem die Stadt liegt, hat eine ganz besondere Attraktion: den Creole Nature Trail (http://www.creolenaturetrail.org), den wir auf keinen Fall verpassen dürfen. Direkt am See kann man im Tourismusbüro kostenlos ein Navigationsgerät bekommen, das uns in der Sprache unserer Wahl (diesmal nicht australisches englisch, sondern ausnahmsweise deutsch!) die Besonderheiten des Nature Trails sowohl in Wort als auch im Bild erklärt. Wir können zwischen verschiedenen Strecken wählen. Der ganze Pfad umfasst eine Rundfahrt von mehr als 300 Meilen. Man kann die Besonderheiten dieser Region sowohl mit dem Auto, als auch mit dem Rad und auf sehr vielen Wegen zu Fuß erkunden.
Wir entscheiden uns für eine Strecke, die uns zunächst an Reisfeldern vorbei, auf denen auch Crawfish gezüchtet wird, zu den ausgedehnten Gebieten des Sumpflandes führt. Unterwegs hören wir über unser Navi viel über Reisanbau, Crawfischzucht, die ortsansässige Flora und Fauna und auch über die Folgen der vielen Stürme (vor allem Katrina und Rita), die vor knapp zehn Jahren erheblichen Schaden angerichtet haben. Die Strecke ist landschaftlich teilweise atemberaubend: an den Bayous liegen dösend in der Sonne unzählige wilde Alligatoren herum, in den Sümpfen gibt es so viele verschiedene Vögel, dass uns ganz schwindelig wird – die kann ich auch nicht alle aufzählen. Die Strecke ist so eingerichtet, dass man alle paar Meilen vom Hauptweg abfahren kann, um einen besonderen Platz intensiver anzuschauen. Das machen wir natürlich und halten am Sumpf, wo wir über wunderbar angelegte Holzstege mitten durch das Feuchtgebiet laufen können und durch extra aufgestellte Fernrohre die Natur noch näher holen können. Dabei sehen wir nicht nur unzählige Enten- und Gänsearten, Watvögel, Reiher in allen Farbschattierungen sondern auch freche kleine Fellbündel im Wasser, die sich als Nutrias entpuppen.

Hier hätte ich Tage und Wochen verbringen können, was ich Naturfreunden auch durchaus empfehlen kann. Wir wollen aber noch was ganz besonderes sehen, weil ohne Meer kein Urlaub. So fahren wir weiter – immer noch auf dem Nature Trail – bis zum Golf von Mexiko. Entgegen der Behauptung eigentlich erfahrener Menschen aus dem Tourismus, gibt es nämlich in Louisiana auch Strände – stolze acht an der Zahl. Am Creole Nature Trail gibt es alleine 26 Meilen Strand abzulaufen. Muscheln müssen gesammelt werden, also fahren wir zum Rutherford Beach, der auch wie die anderen Strände ziemlich naturbelassen und vom Tourismus verschont geblieben sind. Schon wieder ein Platz, an dem ich gerne länger geblieben wäre. Ich denke, ich muss noch sehr oft wiederkommen.
Einer der Höhepunkte dieses Tages kommt, als wir die kleine Cameron-Fähre in direkter Nähe zum Golf nehmen und dabei sehen, wie eine Schule von Delfinen einen Öltanker begleiten und daneben graue Pelikane Bauchklatscher ins Wasser machen, um Fische zu fangen. Und dabei geht auch noch die Sonne unter. Kann es noch Steigerungen geben. Ich habe auf jeden Fall jede Menge Gänsehaut dabei gehabt.

Author

Susanne

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